Neues Projekt "Dorfkirche – da geht was!" möchte inspirieren, gestalten und bewegen "Das ist eure Kirche, erobert sie, entdeckt sie!"

Logo "Dorfkirche – da geht was!"

25.03.2025 · Rostock/Stralsund. Die Zukunft der rund 900 Dorfkirchen in MV steht im Mittelpunkt eines wegweisenden Projekts in den evangelischen Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern. Konkret sollen kirchliche, gesellschaftliche und kulturelle Kräfte mobilisiert werden, um Sakralbauten zu erhalten und neu zu beleben. Ein wichtiger Baustein dafür ist der neue Internetauftritt „sacris.de – frische Ideen für alte Kirchen“.

Der Internetauftritt richtet sich insbesondere an Kirchbauvereine, gesellschaftliche und kirchliche Initiativen, die Ideen und Kooperationen suchen und entwickeln möchten. Die stetig wachsende Plattform bietet dafür eine umfassende Datenbank mit Informationen zu Kirchen, Pfarrhäusern und Pfarrscheunen mit speziellen Nutzungen, Veranstaltungen und Formaten. Zudem bietet die Website praktische Tipps zu Darstellender und Bildender Kunst, Film, Kino und Literatur sowie eine Ideenwolke für kreative Nutzungen von Kirchen und Pfarrhäusern.

 

Ebenso finden sich hier Termine zu nordkirchen- und bundesweiten Veranstaltungen zum Thema. Schwerpunkte der Plattform sind die Vorstellung bestehender, inspirierender Modellprojekte, wie „Dorfkirche mon amour“, „Starke Stücke. Berührt und diskutiert“ oder der „Spirituelle Sommer“, die Bereitstellung von Checklisten und FAQ für die Nutzung von Kirchenräumen, Informationen über Förderprogramme wie „Aktion Mensch – Begegnungsräume“ und die Bereitstellung von Informationen zur Vernetzung:

 

Aktuell vier Beratungs- und Vernetzungstreffen in Mecklenburg

 

Bereits für dieses Jahr sind die ersten vier Beratungs- und Vernetzungstreffen geplant. „Diese bieten die Möglichkeit, eigene Ideen und Projekte rund um die Dorfkirche vorzustellen, Inspiration zu teilen, Unterstützung zu erhalten und sich mit anderen Engagierten zu vernetzen“, blickt Kirche&Tourismus-Referent Kersten Koepcke aus dem Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg voraus. „Die Veranstaltungen finden nacheinander an verschiedenen Orten im Land statt, so dass Interessierte zeitlich variieren beziehungsweise den am nächsten gelegenen Ort wählen können.“ Weitere Infos siehe Flyer.

 

Termine und Orte

 

11. April 2025 – Güstrow, Kirchenkreisverwaltung, Sankt-Jürgens-Weg 23

 

20. Juni 2025 – Dorf Mecklenburg, Pfarrscheune, Bahnhofstraße 39

 

12. September 2025 – Kratzeburg, Pfarrscheune, Dorfstraße 11

 

07. November 2025 – Kuppentin, Dorfkirchengeschichtsmuseum, Mühlbachstraße 5

 

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist aber erforderlich, da die Treffen erst ab mindestens zehn Anmeldungen stattfinden. Anmeldungen sind erbeten bis spätestens zwei Wochen vor dem jeweiligen Termin an folgende E-Mail-Adresse: kersten.koepcke@elkm.de

 

„Kirchenmanifest“ bestärkte Projektgruppe

 

Die Projektgruppe „Dorfkirche – da geht was!“ hatte 2024 nach Vorlage eines Ideenpapiers einen Auftrag seitens der mecklenburgischen Pröpstinnen und Pröpste erhalten. Der ebenfalls berufenen Steuerungsgruppe hatte sie ihre Weiterarbeit Ende Januar 2025 vorgestellt und dabei zahlreiche Initiativen und Ideen präsentiert. Neben Kersten Koepcke gehören die Pressesprecher der beiden Kirchenkreise, Christian Meyer (ELKM) und Sebastian Kühl (PEK), sowie beratend Dr. Anna Luise Klafs vom Pädagogisch-Theologischen-Institut der Nordkirche der Projektgruppe an. „Bestärkt hat uns in unserer Arbeit das in Deutschland im Mai 2024 erschienene so genannte Kirchenmanifest“, so Kersten Koepcke. „Dieses betont die immense (bau)kulturelle und gesellschaftlich-soziale Bedeutung von Kirchengebäuden.“ Aufgrund drohenden Leerstands, Verfalls oder gar Abrisses von Sakralbauten fordert das Manifest eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über die Zukunft dieser Gebäude. | Link: kirchenmanifest.de

 

Blick auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort

 

Die Projektgruppe und die Steuerungsgruppe „Dorfkirche – da geht was!“ begreifen das Projekt als einen Teil dieses gesellschaftlichen Diskurses, lenken den Blick aber ebenso auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort. „In unserem Projekt werden Potentiale identifiziert, Vernetzungen ermöglicht, Anregungen und insbesondere unkomplizierte Unterstützung für erste Erprobungen vor Ort gegeben“, so Christian Meyer. Dabei gehe es darum, motivierten Kirchengemeinden, Initiativen und Einzelpersonen Kontakte zu vermitteln und, so weit möglich, Managementerfahrungen und „Hardware“ für eigenes Engagement zugänglich zu machen.

 

Konkret werden bewährte Module zum Erproben angeboten, so dass aufwändige Konzepte und Projektentwicklungen entfallen. „Ziel ist es, Menschen in Mecklenburg und Pommern, denen ‚ihre‘ Dorfkirche am Herzen liegt, die etwas von ‚ihrer‘ Dorfkirche wollen, praktisch zu begleiten und zu befähigen – und so die (bau)kulturelle und gesellschaftlich-soziale Bedeutung von Kirchengebäuden auch mit Leben zu füllen“, ergänzt Sebastian Kühl und zeichnet das Bild von der Dorfkirche als „Wohnzimmer des Dorfs“.


Ziele: Inspirieren, unterstützen und begleiten

 

Das Projekt hat sich auf mehrere Maßnahmen verständigt, die auch der Internetauftritt www.sacris.de widerspiegelt. „Lokale Akteure sollen verstärkt eingebunden und motiviert werden, sich aktiv für die Nutzung von Kirchengebäuden einzusetzen – unter dem Motto: ,Das ist eure Kirche, erobert sie, entdeckt sie!‘“, skizziert Dr. Anna Luise Klafs, die das nordkirchenweite Projekt „Dorfkirche mon amour“ auch in MV etabliert hat. „Wir möchten Initiativgruppen bei der Projektentwicklung unterstützen und Akteure vernetzen. Damit sollen nicht nur das Bewusstsein für die Bedeutung der Dorfkirchen geschärft, sondern auch konkrete Handlungsperspektiven eröffnet werden“, fasst Kersten Koepcke zusammen und fügt hinzu: „Denn eines ist sicher: Bei den Dorfkirchen – da geht was!“

Quelle: ELKM/PEK (cme/sk)