31.10.2025 | NachrufPastor Ekkehard Staak

Mit Musik, Dichtung und Theater


Zum Gedenken an Ekkehard Staak, jahrzehntelang Pastor in Kemnitz

 

„Christ ist erstanden … Christ will unser Trost sein…“, so sang eine große Gemeinde am 9. November auf dem Friedhof in Kemnitz bei Greifswald. Ein ganzes Berufsleben lang war Ekkehard Staak dort Seelsorger, Pastor, Initiator zahlreicher Aktivitäten in Kirche und Kommune… und seit 2004 umtriebiger Ruheständler. Am Reformationstag ist er aus dieser Welt gegangen.

 

Ekkehard Staak wurde am 22. September 1939 in Brüssel geboren. Sein Vater war dort Auslandspfarrer. Das Kriegsende erlebte der Sechs-Jährige zusammen mit seinen Geschwistern in Cammin bei Tessin. Die höheren Schulklassen absolvierte er am Magdeburger Domgymnasium, das eine prägende Station für ihn war: „Hier lernte er nicht nur die alten Sprachen und ein reflektiertes intellektuelles Denken“, sagte Propst i. R. Gerd Panknin bei der Beisetzung. „Er fand hier Menschen, die seine musische und feinsinnige Seite förderten: das Klavierspielen, die Liebe zur Musik, zur Literatur, zum Malen…“,. Prägend für ihn war auch eine Zeit am Johann-Gerhard-Forschungsinstitut Potsdam, an dem sein Vater leitend tätig war.

 

Die „Sehnsucht nach geistigen und intellektuellen Freiräumen“ begleitete Ekkehard Staak ein Leben lang und führte ihn 1958 zum Theologiestudium nach Greifswald. Dort legte er 1963 sein Examen ab und übernahm eine Assistenz an der Theologischen Sektion, wie damals die Fakultäten hießen. Im selben Jahr heiratete er in Greifswald Doris Kusch. Kurz vor dem Weihnachtsfest 1969, nach einem Vikariat in Grimmen, bezog die Familie das Pfarrhaus Kemnitz. Dort waren und blieben der Pastor und seine Familie verbunden mit einer lebendigen Gemeinde. Von hier aus übernahm er auch übergemeindliche Aufgaben, z.B. mit Synode und Kirchenleitung. Große Aktivitäten mit Kindern, Jugendlichen und für die ganze Gemeinde prägten die Arbeit des Ehepaars Staak in Kemnitz.

 

In den siebziger Jahren war die kreative Arbeit mit der Gruppe Schalom ein wichtiges Kapitel seines Lebens. Themengottesdienste mit Band auf Rügen und Usedom oder bei Kirchentagen hatten große Ausstrahlung. Immer wieder konnte Ekkehard Staak mit anderen Menschen philosophieren, theologisieren, diskutieren… sein musisches Herangehen an die Dinge des Lebens und Glaubens - mit Gitarre und Klavier, Trompete und Chorgesang, in Malerei, Musik, mit Spiel, Dicht- und Theaterkunst – gehörten für ihn zum Leben wie das tägliche Brot.

 

Eine große Familie wurde dem Ehepaar Staak geschenkt: sechs Kinder und inzwischen 16 Enkel und 11 Urenkel, die auch im Ruhestandssitz in Kemnitzerhagen gern zu Besuch waren.

 

Im Oktober des vergangenen Jahres konnte das Ehepaar Staak seine Diamantene Hochzeit begehen. „Ich bin dankbar“, hatte da Ekkehard Staak gesagt, obwohl schon gezeichnet von schwerer Krankheit.  

 

„Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Dieser Satz aus der Offenbarung stand über der Abschiedsstunde in der bis auf den letzten Platz besetzten Kemnitzer Kirche. Und vom Friedhof her hallte der Gesang des Auferstehungsliedes durch das Dorf.

 

Von Johannes Pilgrim